Über was wir reden … Teil 3: Die verlorene Seele der Fantasy

Lesedauer: 10 Minuten

Bevor ich die nächsten Beiträge brav konstruktiv schreiben werde, muss ich noch ein drittes Mal tief in die Kiste mit fauligem Obst und verschimmeltem Gemüse greifen, um einen grundlegenden Missstand in der Fantasy-(Buch-)Branche öffentlich anzuprangern, schonungslos und böse, aber wie immer fundiert (mit vielen Nachweisen – seht mir das bitte nach!).

Wo ist die Fantasie geblieben in der Fantasy?

Das frage ich mich ernsthaft und schon lange. Macht denn eine gute Fee, ein durstiger Vampir oder ein paar finstere Orks schon das Fantastische aus? Erweist sich ein Buch, in dem sich solche Wesen tummeln, bereits als Fantasy?
Ich fürchte so ist es.  Wenn man sich in den einschlägigen Verkaufsregalen umschaut, drängt sich dieser Eindruck unweigerlich auf. Die Gattung Fantasy hat sich am Buchmarkt als Fantasiewesen-Buch etabliert.
Von welcher Geringschätzung aber gegenüber der menschlichen Fantasie zeugt dies, dass solche einfallslosen Überzeichnungen von gut und böse, solche schlichten Konstruktionen als Ausdruck des kreativen, menschlichen Geistes gelten?

Wenn man schon qua Genre die Grenzen des Normalen und Vernünftigen überschreiten darf, dann sollte man es nicht durch nervtötende Stereotypen, überholte Weltbilder und stupide Wiederholungen verpatzen – dem Gegenteil dessen, was die Fantasie erschaffen würde, dürfte sie mit etwas mehr Leine davonziehen und sich wie ein bunter Drachen in den Himmel erheben.

Aber genau daran krankt die Fantasy. Es gibt immer mehr vom Gleichen und immer noch mehr davon, bis man dessen völlig überdrüssig ist. Man sollte meine, dass die Mythologie aller Völker genügend Material liefern würden, um mit ein wenig Fantasie immer wieder neue und interessante Erzählungen zu schaffen, die den Leser wirklich in unglaublich begeisternde Welten entführen. Und schöpft man die Fantasie frei und in vollen Zügen aus, dürfte kaum etwas unmöglich sein …

Die Fantasy hat ihre Seele verloren, weil sie fantasielos wurde.   

Ewig gleiche „Fantasie“-Gestalten

Der erste Bogen

Fast wahllos greife ich mir als einen der stupiden Wiederholungsfälle die „Fae“ heraus, eine vielfältige Mythologie aus Erzähltraditionen in Nord- und Mitteleuropa, und spanne den groben Bogen der Entwicklung in der Fantasy-Literatur, zumindest so weit meine Belesenheit reicht.
In William Shakespeares Sommernachtstraum (1605) sind die Elfen noch lustig mit griechischer Mythologie verwoben. Volkstümlich kommen sie in der Romantik (ausgehendes 18. Jh. bis weit in das 19.) als Märchen (Gebrüder Grimm) daher und bringen das Übersinnliche in die Welt (z.B. Ludwig Tieck: „Die Elfen“). Viel später treffen wir bei J.R.R. Tolkien (1954/55) auf ein sehr eigenständiges Volk von eitlen, unsterblichen Elben und die durch entsetzliche Qualen Entarten der gleichen Art, die dem einen Ring als Orks dienen. Weit hinter dem Nebel des Sees von Avalon liegt Marion Zimmer-Bradleys (1982) Reich der keltisch-märchenhaften Feen, die das England König Arturs beherrschen. In Deutschland gehen die letzten Elfen und Elben (W. Hohlbeins Elfentanz, 1984) aus der Welt der Menschen und Monika Feltens preisgekröntes Elfenfeuer (2001) wird entfacht.

Tad Williams erschafft eine ganze Gesellschaft des Neids und der Missgunst unter den beflügelten Wesen im Blumenkrieg (2003), die sehr dem Reich der Menschen ähnelt und alles bunt durcheinanderwürfelt. In Christopher Paolinis Eragon (2004) sind es dann schon wieder die im Wald lebenden Unsterblichen und Patrick Rothfuss‘ Kvothe erliegt – mehr schlecht als recht erzählt – dem Liebeszauber einer herzlosen Elfe (2011).

Hätte ich bis zu diesem Punkt den gesamten Bogen einmal umspannt, wäre alles noch gut. Aber der Kreisel dreht sich bereits endlos fort.

Der sich drehende Kreisel

Zwischen 2004 und 2016 erscheinen knapp 15 Bänden von Bernhard Hennen über die Elfen (zweimal mit dem Phantastik Preis gekrönt) und Wolfgang Hohlbein zieht mit einer „Chronik der Elfen“ (2009-2011) nach, Markus Heitz mit einem Fünfbänder über Dunkelelfen („Die Albae“, 2009 ff). Allein schon ein paar herausgegriffene Titel von weiteren Reihenwerken zeugen von der unendlichen Wiederholung: Elfenkuss, Elfenjägerin, Tochter der Elfen, Prinzessin der Elfen, Elfenmal, Elfenkrone, Elfenlied, Der letzte Elf (leider nicht!), dabei sind Kinderbuchserien wie die Elfenschule noch nicht einmal mit aufgenommen. Die amerikanische Bestsellerautorin Julie Kagawa startete ihre Reihe „plötzlich Fee“ („The iron Fey“) ab 2010 und Holly Black erhielt für ihren Auftaktroman To tame a fae (Elfenthron) 2019 den Deutschen Phantastik Preis, während Laura Kneidl mit ihrem Fae-Roman Krone der Dunkelheit und Nicole Alfa mit Elfenprinzessin im gleichen Jahr auf der Shortlist landen.
Geht’s noch? Wird von diesem Preis das ewig Gleiche belohnt?
Ich weiß gar nicht, wo ich aufhören soll …
Vermutlich könnte man mit „Mord/ Tod in …“ eine ähnlich böse Reihe aufstellen, aber in der Fantasy ist dies ja leider nur ein Beispiel von vielen. Der gleiche Endloskreisel dreht sich auch bei Drachen mitsamt ihren Reitern, Vampiren, Werwölfen, Orks, Zwergen, olympischen Göttern, Dämonenjägern, Assassinen, Gestaltwandlern und noch manchem mehr …
Ist das alles, was die Fantasie zustande bringt? Immer die gleichen Fantasie-Gestalten durchhecheln bis sie auch wirklich abgedroschen sind …

Stereotypen allerorten

Mittelalter: Walters Art Museum Walters Art Museum: Book of Hours, St. George, Walters Manuscript W.168, fol. 217v, 15. Jahrhundert

Der eigene Stallduft

Natürlich ist es ein Marktprinzip, um noch einmal kurz auf dieses Thema zurückzukommen ( vorheriger Artikel), dass man gerne verkauft, was gut ankommt und Auflage bringt. Keineswegs verwerflich. Und auch als LeserIn suche ich immer wieder nach etwas, das mir bereits gefallen hat. Aber wenn das Terrain zu eng abgesteckt ist und man nur im eigenen Hof bleibt, passiert es leicht, dass alles den miefigen Gestank des eigenen Stalls annimmt, ohne dass es überhaupt jemanden in der Herde auffällt. Riecht ja alles gleich!

Ich glaube, dass das Genre schwer an seiner Last trägt, nie in den literarischen Kanon aufgenommen worden zu sein und deshalb in seinem eigenen Saft schmort und sich in Stereotypen ergeht.

Übliche Gestaltungsprinzipien …

Um nicht zu langweilen und die Aufmerksamkeit übermäßig zu beanspruchen, mag ich hier nur eines der gängigen Fantasyroman-Schemata aufgreifen. Ich bin mir sicher, dass es euch sehr bekannt vorkommen wird.

Der unbeholfene Bauern-Junge – inzwischen auch gerne das College-Girl – wird in große Dinge verstrickt, entdeckt seine/ihre Talente (kriegerisch oder magisch) oder ist erwählt, geht bei Weiseren und Meistern in die Lehre, muss sich in vielen gefährlichen Situationen bewähren und mausert sich über viele Seiten und Abenteuer hinweg zum Helden und Retter der Welt … Der Entwicklungsroman taugt gut für sich langsam entfaltende Geschichten und als Vielteiler.
Taran (Lloyd Alexander, 1964 ff) startet als Schweinhirte und überwindet zu guter Letzt (nach fünf Büchern) Arawn, den Fürst des Todes. Lauscher (Hans Bemmann, Stein und Flöte, 1983) stolpert mehr durch seine Leben, aber reift auch irgendwie. Simon (Tad Williams, Das Geheimnisse der großen Schwerter, 1988 ff.) ist  ein Küchenjunge, Fitz ein junger Assassine (Robin Hobb, Weitseher, 1995 ff), beide bestimmen sie die Geschicke ganzer Reiche.
Trudi Canavan gliedert den Weg ihrer Heldinnen grundsätzlich in Entwicklungsschritten: Rebellin, Novizin, Meisterin (2001 ff. im engl. Original etwas versteckter), oder umgekehrt (Sonea, 2010 ff.): Botschafterin, Schurkin, Verräterin … Gleich mehrere Helden gehen bei Peter V. Bretts Dämonenzyklus (2008-2017) verschiedene Wege (heilend, kämpfend, scheiternd), die sich immer wieder kreuzen. Andere lassen den Säufersohn zum Waldläufer und schließlich zum magischen Paladin heranreifen (Torsten Weitzes x-Teiler „Der 13. Paladin“, 2017 ff.).
Dieses Modell machte im neuen Jahrtausend immer mehr Schule, auch wörtlich in Hogwards (Joanne K. Rowling) und an unzähligen Vampire and Magic Academies (Richelle Mead, Rachel E. Carter), wo wir ausführlich den Ausbildungsgang der jungen Helden verfolgen können.

Es gäbe unzählige Beispiele. Jedes für sich genommen, ist meist nicht schlecht, wenn auch in der Variation oft wenig originell. In der Masse jedenfalls erschlägt es die Begeisterung und tötet jede Lust.

Weitere Motive sind ebenso verbreitet wie klischeehaft: die Heldenreise, Auserwählung und Prophezeiung, die Queste, die Suche nach einem rettenden, magischen Gegenstand, eine Gruppe von Reisegefährten auf Abenteuer (meist unfreiwillig), Jäger (von Dämonen/ Vampiren etc.) und das Portal in die Anderswelt.

Arme Fantasy. Fällt uns als Grundmotiv nicht mehr ein?

Licht-Dunkel-Welten und pseudomittelalterliche Gefilde

Kommen wir zum nächsten Problem: den Stereotypen. Der Vorwurf an die sogenannte „High Fantasy“ ist so alt wie zutreffend. Die Autoren dieses Subgenres reproduzieren im schlimmsten Fall reaktionäre Welt- und Gesellschaftsbilder, geben Sexismus und Gewaltverherrlichung Raum. Im moderatesten Fall gaukeln sie ein stilisiertes Mittelalter vor, das es in dieser romantisierten Weise historisch nie gegeben hat.
Bei aller Faszination, die Goerge A. Martins Westeros-Epos (GoT) ausübt, und bei aller sympathischen Leichtigkeit, mit der er sämtliche Fantasy-Stereotypen durchbricht und seine Helden wie im richtigen Leben wegsterben lässt (nur im Buch, leider nicht mehr in der Serie), zeigt er doch nur finsterstes Mittelalter, ohne dass die Renaissance mit ihrem Ansätzen zu mehr Kunst und Menschlichkeit (genannt: Humanismus) auch nur einen Lichtstrahl vorauswerfen würde.
Der Weltenbauer Martin wehrt sich mit dem () Argument, dass er sich an das realistische Mittelalter anlehnen wolle, in dem es eine Gesellschaft mit festen Rollen, Vergewaltigung und Krieg gäbe. Alles andere sei Disneyland-Mittelalter und letztlich langweilig. Der Erfolg beim Publikum gibt ihm Recht.

Mir geht es nicht um die moralische Bewertung seiner Wahl. Denn man bräuchte für die besagten Themen gar nicht auf das Mittelalter zurückgreifen. Es gibt heute so viel Krieg, Unterdrückung und Gewalt wie noch nie. Wenn man diese Teile der Wirklichkeit in Literatur ausblenden würde, wäre das Medium unrealistisch und verlogen.
Die Frage für mich ist vielmehr: Warum muss es immer das Mittelalter sein? Der Begriff umreist  noch nicht einmal eine präzise oder gar einheitliche Epoche in der Geschichte Europas (vgl. auch   „Historische Korrektheit …  ist Quatsch“). Krieger in Rüstungen und echte Duelle gab es in der fast tausendjährigen Zeitspanne nur in wenigen Jahrhunderten und selbst in den Kreuzzügen war dieses Modell der Kriegsführung alles andere als erfolgreich.

Warum nur lieben alle dieses Mittelalterambiente: Ritter, Schwertkämpfe und blutige Schlachten? Warum ist die Verfilmung von GoT das Erfolgreichste, was HBO für die Streamingdienste bisher erschaffen hat?

Es gab und gibt so viele Gesellschaftsformen und Nationen auf dieser Welt. Das europäische Mittelalter ist nur eines von tausenden Szenarien, die man sich als Autor zum getreuen Vorbild nehmen könnte. Oder ist es gar fantasielose Bequemlichkeit? Wir wissen ja alle über das Mittelalter Bescheid. In so vielen High Fantasy Romanen haben wir uns damit bekannt gemacht … Dann nur zwei einfache Fragen: Mit welchen Waffen wurde Konstantinopel eingenommen und was ist die Seitenkrankheit? Kannst du das beantworten?

Auch die duale, in zwei Gegenpole aufgeteilte Welt in Fantasy-Büchern nervt. Sie wurde schon viel gerügt, bleibt aber immer noch Basis vieler Werke.
Nur als Denkanstoß: Neben den 5 großen Weltreligionen gibt es geschätzt noch mehrere hundert lebendige, religiöse Systeme und wir wissen von mindestens noch einmal so vielen, die bereits Geschichte sind. Nur sehr wenige davon unterteilen die Welt in oben/unten, gut/böse und manche haben für alles einen Gott, andere hunderte von Geschichten, die vieles erklären. Die Religionen der Menschen sind komplex und vielschichtig, eben weil das Vorstellungsvermögen des Menschen sehr weit reicht.
Der Fantasie, wie die Welt sich erklärt, sollten in einem Buch keine Grenzen gesetzt sein …

Romantasy

Chick-Lit-Herzschmerz

Für mich persönlich, aber das mag an meinem Alter liegen, ist die zunehmende Verbreitung der Romantasy (erklärt von Alessandra Reß), einer besonderen Kombination von Romantik und Fantasy (manchmal auch: romance fantasy), die bedauernswerteste Tendenzen der letzten zehn Jahre, zumal das Zielpublikum eher sehr junge Erwachsene sind. Sex and Crime war immer eine begehrte Mischung – die magische Anziehung zwischen sexy Schattenjungs und selbstbewussten übersinnlichen jungen Frauen auf Teenie-Niveau eher nicht. Für mich sind das alberne Liebesklischees … aber wir gesagt, es mag am Alter liegen.

Wer bei seinem Online-Buchhändler „Romantasy“ eingibt, wird von muskulösen Oberkörpern und bildhübsch-wilden Models verführt … oder abgeschreckt (Grafik oben: mein selbst zusammengestellter Fächer). Nebenbei bemerkt scheinen die überwiegend von jungen Frauen gestalteten Covers überhaupt nach und nach das Fantasy-Design zu dominieren …, aber zurück zum Thema.
Bellas Liebe zu dem vampirisch einfühlsamen Edward (Stephenie Meyers Twighlight/ Biss zum …, ab 2005) fand ich  in dem Spannungsfeld von erzwungener Enthaltsamkeit und bluttriebhafter Lust (und dem Spannungsabbau durch die Verwandlung …) noch ganz interessant. Jennifer L. Armentrouts „Obsidian“ (2011 ff) wirkte dagegen schon leicht nervig in der Hassliebe zu einem Außerirdischen (vgl. meine Buchbewertung). Auch die an Buffy anknüpfenden „Chroniken der Unterwelt“ von Cassandra Clare, übrigens ein Weltbestseller, sind wie ihr Vorbild von den Lebensthemen eindeutig nur für (weibliche) Teen- und Twen-Ager interessant, weshalb man anderenorts auch selbstironisch und durchaus sympathisch von Chick-Lit („Hühner-Literatur“, sehr schön von  Gabriele Reis erklärt!) spricht.

Sarah Woolfs Mädchenromane werden marketingtechnisch hervorragend als Fantasy platziert, schriftstellerisch und fantasietechnisch erweisen sie sich nicht als Gaumenschmaus. Wirklich unerträglich und zum Abgewöhnen sind allerdings die abwegig verliebten Vampire von Lynsay Sands.

Junge Romantasy Autorinnen (mit kleinem „i“) schießen inzwischen wie Pilze aus dem Boden – wehe ich werde wegen dieser Wahrheit als sexistisch diffamiert – und haben nach meinen Zählungen mindestens ein Viertel (bei den Titeln) der ganzen Fantasy übernommen.
Hilfe! Wer zum Teufel liest dies alles, wenn der Markt dafür eigentlich von Alter und Geschlecht beschränkt sein müsste? – Na gut, zugegeben, … auch ich habe da mal reingeschnuppert – natürlich rein zu Forschungszwecken … 😉

Schwamm drüber!

Was nun?

All das, von Teil 1 bis Teil 3, musste ich mir einmal von der Seele schreiben. Fantasy, so wie es am Markt etabliert ist, hat echte Probleme. Der Anteil im Buchmarkt ist schwindend klein. Die Qualität ist beeinträchtigt durch dominierende Massenware aus dem englischen Sprachraum, eine einseitige Prägung (Rollenspielszene), Unübersichtlichkeit (hoher Anteil an Selfpublisher) und einem uneinheitlichen Genre (mangelnden Grenzziehung zwischen Erwachsenenliteratur und Kinder-/Jugendbuch). Und dann die ewig gleichen Themen und Konstruktionsprinzipien, geradezu fantasielos …
Ihr habt bestimmt bemerkt, dass ich noch viel weiter ins Detail gehen und über die Verhunzung eines wunderbaren Genres schimpfen könnte. Aber schimpfen hilft ja nichts.

Können wir das bitte verändern!

Liebe AutorInnen der Fantasy, löst euch von dem Stallgeruch des heimelig ewig Gleichen, emanzipiert euch von den vermeintlichen Erfolgsrezepten, seid mutiger als eure HeldInnen und gebt eurer Fantasie soviel Raum, wie es das Genre verdient! 
Liebe LeserInnen, honoriert mit Euren Käufen und Rezensionen, wo Fantasy neue Wege sucht und von Bekanntem und Vertrautem abweicht. Lasst Euch nicht von der schnelle Welt der Action und Animation verführen, euren eigenen Sinnen nicht mehr zu trauen. Seid wählerisch!

Vielleicht lässt sich so die verlorene Seele der Fantasy wiederfinden.
Gut! Jetzt kann ich in den nächsten Beiträgen zu den positiven Dingen in der Fantasy kommen.

Der imaginative Schriftsteller widmet sich der Kunst in ihrem essenziellen Sinn.
Es ist nicht sein Geschäft, eine hübsche Kleinigkeit für Kinder zu produzieren, eine nützliche Moral aufzuzeigen, oberflächlich ‚erhebendes‘ Zeug für den verspäteten Viktorianer zusammenzubrauen oder unlösbare menschliche Probleme didaktisch aufzuwärmen. 
Er ist ein Maler der Stimmungen und Bilder des Geistes – die sich entziehenden Träume und Fantasien fängt er ein und baut er aus – er ist ein Reisender in jene unbekannten Länder, die nur selten durch den Schleier des Tatsächlichen hindurch erblickt werden, und nur dem wahrhaft Empfänglichen.  

H.P. Lovecraft (In Defense of Dagon, 1921) in: Chroniken des Cathulhu-Mythos I, Festa Verlag 2011, S. 19.

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.